歌词
Johanna (gesprochen):
Der Morgen rötet sich und glüht.
Der ganze Himmel tönt von Lob.
Im Jubel jauchzt die Erde auf und klagend stöhnt die Unterwelt.
Der königliche Held zerbrach des Todes schweren Bann.
Schon werden alle Klagen stumm,
In Freude wandelt sich der Schmerz, denn auferstanden ist der Herr.
Gerold!...
Johanna (gesungen):
Nun seht mich alle an, die Schleier sind gefall'n.
Ich habe den Moment heraufbeschwor'n.
Ich hab' mich aufgelehnt,
Gegen diese Welt und einen aussichtslosen Kampf verlor'n.
Ich geh den letzten Schritt, ich lasse nichts zurück.
Mein leidgeprüftes Leben ist vorbei.
Es war ein schwerer Weg, der nun zu Ende geht.
Doch jetzt bin ich endlich frei!
Endlich frei!
Endlich frei!
Aeskulapius (gesungen):
Und die Zeit scheint still zu steh'n, als Johannas Maske fällt.
Der Moment enttarnt die Wahrheit und entblößt eine verlogene Welt.
Im Lateran raucht jetzt der Schlot,
Weihrauch, wird dort nicht verbrannt.
Jedes Schriftstück steht in Flammen, auf dem Johannas Name stand.
Das Volk empfindet keinen Zorn, nur Trauer hat es tief berührt.
Die Menschen Roms sind voller Dank, auch wenn er einer Frau gebührt.
Volk (gesungen):
Nun finde deinen Frieden, wir geben dir Geleit.
Und bauen dir ein Denkmal aus Stolz und Dankbarkeit.
Du bleibst der Papst des Volkes, Papa Populi.
Was du für uns getan hast, vergessen wir dir nie.
Aeskulapius (gesprochen):
Johanna hatte vor den Augen Roms ihr Kind verloren und
Musste sich im Papstgewand als Frau zu erkennen geben.
Natürlich stand die Kurie unter Schock und
Versuchte die Spuren des Skandals zu verwischen.
Schnell hatten sich die alten Mächte wieder formiert
Und die neue Papstwahl wurde in aller Eile vorangetrieben.
Aber auch diesmal gelang es Anastasius nicht seinen
Eibfluss geltend zu machen und den Papstthron zu besteigen.
Er war weder vom Volk, noch vom Klerus gewollt.
Anastasius blieb bis an sein Lebensende Kardinal und
Verfasste den Liber Pontificalis, die offizielle Chronik der Päpste.
Das Kapitel Johanna ließ er aus.
Es war für ihn die letzte Möglichkeit Rache zu nehmen,
An dem Menschen, der ihm den eigenen Ruhm verwährt hatte.
Doch in den Herzen der Menschen behielt die Geschichte der
Päpstin ohnehin ihren festen Platz,
Dort wird sie die Zeit überdauern.
Sie hat das Denken der Menschen verändert und Mut gemacht.
Sie ist ein Plädoyer für Freiheit und Gerechtigkeit.
Volk (gesungen):
Nun finde deinen Frieden, wir geben dir Geleit.
Und bauen dir ein Denkmal aus Stolz und Dankbarkeit.
Du bleibst der Papst des Volkes, Papa Populi.
Was du für uns getan hast vergessen wir dir nie.
Vergessen wir dir nie!
Vergessen wir dir nie!